Wort zum Monat
Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Hitzewellen, Ferien und Urlaubstage liegen hinter uns und man hat das Gefühl, dass wieder Normalität ins Leben einkehrt. Doch was ist normal? Wir empfinden es als normal, gesund und schmerzfrei zu sein. Normal scheint zu sein, dass wir seit über achtzig Jahren in unseren Ländern in Frieden leben, keinen Hunger kennen und unseren Kindern den Schulbesuch oder eine Ausbildung ermöglichen können. Auch dass viele von uns in ihrem Beruf tätig sind, bei der Arbeit Erfüllung finden, gehört wie selbstverständlich zum Leben dazu. Der Blick in die Heilige Schrift zeigt jedoch etwas anderes. Nach dem Sündenfall ist dem Menschen ein Leben mit Mühsal vorhergesagt (1. Mose 3,17). Aus Offenbarung 21,4 kann man indirekt herauslesen, dass das Leben des unter den Folgen des Sündenfalls leidenden Menschen von Tränen, Tod, Leid, Geschrei und Schmerz geprägt ist. Was sagt uns das? Das Gute ist nicht selbstverständlich, es ist ein Geschenk Gottes! Nicht anders ist es mit Blick auf das Leben in unseren Gemeinden: Jeder Gottesdienst ist etwas Besonderes, eine Begegnung mit dem dreieinigen Gott! Wenn im Gottesdienst ein Chor singt, ist das nicht selbstverständlich, sondern ein Grund zur Freude! Dass es in unseren Gemeinden ein hohes ehrenamtliches Engagement von unzähligen Geistlichen und Geschwistern gibt, ist mit Blick auf Zeiten, in denen viele Menschen nur an Gewinn und den eigenen Vorteil denken, außergewöhnlich! Sollten uns Zeiten des Leidens beschieden sein, dann sind das die zu erwartenden Folgen des Sündenfalls, in denen wir uns bewähren müssen. Quälen wir uns deshalb nicht mit Gedanken, dass der liebende Gott uns straft. Im Gegenteil: Besinnen wir uns darauf, dass Jesus Christus den Sieg über das Böse errungen hat, uns liebt und mit hinein nimmt in seinen Sieg! (1. Korinther 15,55.57) Und in guten Zeiten, die uns geschenkt werden, lasst uns noch bewusster erkennen, dass dieses Gute nicht das Normale, sondern etwas Besonderes ist! Umso dankbarer werden wir dafür sein und diesen Dank für solche Wohltaten unserem Gott entgegenbringen.
(Apostel Korbien ist für Dessau, Dresden, Leipzig, Magdeburg Stendal und Torgau verantwortlich)
Für die Gemeinde Adlershof
Ihr lieben Geschwister,
Apostel Korbien spricht in seinen Gedanken die Normalität und das Selbstverständnis in unserem Leben an. Paulus spricht etwas an, was in unserer Zeit immer wichtiger wird: Die von Gott geschaffene „Normalität“ wird Stück für Stück untergraben, die Schöpfung wird infrage gestellt und die Menschwerdung Gottes in Form seines Sohnes wird angezweifelt. Das gläubige Leben wird verachtet und die Lüge zur Wahrheit erklärt. Darum erneuert täglich euren Sinn und richtet ihn auf die Liebe und den Willen von Gott, unserem Vater, aus und lasst euch nicht vom Weg abbringen.
Wir haben ein wertvolles Geschenk erhalten, darum bewahrt und schützt es!
Euer Alfred
Neuapostolische Kirche